Donnerstag, 25. Februar 2016

Meine Kindheit und Jugend

Meine Kindheit und Jugend war geprägt von Mobbing, Verspottung und Einsamkeit. Aber alles von Anfang an.

Ich bin 1988 geboren und mein Bruder 1992, also bin ich die große Schwester. Wie wir klein bzw. Kinder waren, haben wir uns natürlich öfters gestritten. Geschlagen haben wir uns nie gegenseitig. Meist als wir gestritten haben, war ich die Schuldige bzw. wurde ich von meinen Eltern meistens beschuldigt. 
Gott sei Dank verstehe ich mich mit meinem Bruder seit vielen Jahren sehr gut! Wir können nicht ohne einander!

In meiner Nachbarschaft gab es ein Mädchen, M., das ein paar Jahre älter war als ich. Sie wurde meine beste Freundin. Wir spielten viel zusammen, entweder bei ihr daheim oder bei mir. Nach ein paar Jahren kam ein weiteres Mädchen, M., in unsere Nachbarschaft. Mit ihr verstand ich mich nicht so gut, dafür aber meine beste Freundin. Sie verbündeten sich, um mich zu verspotten und fertig zu machen. 
Dadurch, dass jede eine andere Schule besuchte, verloren wir uns irgendwann aus den Augen und Lust auf eine weitere Freundschaft mit ihr hatte ich auch nicht mehr.
Seit ein paar Jahren bin ich mit meiner ehemaligen besten Freundin wieder in Kontakt.

Auch in der Schule sah es nicht besser oder anders aus. Ich war schon immer eine Ruhige; eine, die andere (komische) Musik hörte; eine, die kein Interesse am Fortgehen, an Alkohol und Zigaretten hatte; eine, die nicht mit der Mode ging und eine, die sich die Haare tönte (Ja, ich weiß, dass es recht früh war! Meine Mutter hat es auch gemacht und deshalb wollte ich es auch machen.). Mit einem Wort: ANDERS. Genau das veranlasste die anderen Kinder/Schüler mich zu verspotten und zu mobben. Die Klassenlehrerin wusste davon, aber konnte/wollte leider nichts ändern daran. Gott sei Dank gab es ein Mädchen, C., das zu mir hielt und für mich da war. Leider war auch sie zu Beginn den Verspottungen ausgesetzt. Wir besuchten zusammen die Hauptschule und dann die HLW. Auch in der HLW wurde ich ca. die ersten drei Jahre schlecht behandelt von meinen Mitschülerinnen. Es gab zuerst zwei, C. und O., und dann drei Mädchen, C., O. und T., mit denen ich mich sehr gut verstanden habe. Leider wurden auch sie zum Ende hin unfair und gemein zu mir.
Noch heute habe ich zu C. ein tolles Verhältnis und sie ist auch die Taufpatin von meiner Tochter. Mit T. und O. habe ich auch Kontakt, aber seit der Schule, im Jahr 2008, haben wir uns nicht mehr gesehen.

Mit meinen Eltern gab es daheim auch immer Streitereien. Da ich nie die Beste in der Schule war und oft auch 5er hatte, verschwieg ich entweder die Note(n), weil ich Angst vor meiner Mutter hatte, oder ich vertraute sie eher meinem Vater als meiner Mutter an. Meine Mutter war sehr streng, finde ich. Sie hat mich zwar nie geschlagen, aber ihre Reaktionen und Worte verletzten mich genauso stark. Da ich den gleichen Charakter habe wie mein Vater bin ich auch besser mit ihm ausgekommen als mit meiner Mutter. Ich habe mir oft überlegt, ob ich die Schule abbrechen soll. Dann hieß es von meiner Mutter wieder: ,,Das bringt doch nichts! So kurz vor dem Ziel (Matura) aufzugeben!" Naja, ein bisschen Recht hatte sie ja doch! Etwas verzeihe ich ihr aber nie: Die komplette Matura schaffte ich beim ersten Mal nicht. Zwei Gegenstände musste ich im Herbst wiederholen, die ich natürlich geschafft habe. Ein 3/4 Jahr davor habe ich S., meinen Mann, kennengelernt. Meine Mutter beschuldigte ihn, dass er Schuld daran sei, dass ich die Matura nicht geschafft habe. Direkt ins Gesicht hat sie es ihm aber nie gesagt.

,,Dank" dieser ganzen Geschichten, Erfahrungen und Erlebnisse wurde ich noch schüchterner, hatte kein Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit und machte mir zu viele Gedanken darüber, was andere von mir dachten. Es hat viele Jahre, mit Unterstützung, gedauert, das alles zu verarbeiten und zu akzeptieren.

Heute besitze ich schon mehr Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit, finde ich. Nicht viel, aber trotzdem mehr. Auch ist es mir heute ziemlich egal, was andere von mir denken bzw. suche ich die Schuld nicht bei mir, wenn andere mich nicht mögen oder mit mir nicht zurecht kommen. Denn das ist dann ihr Problem!

Ich hoffe sehr, dass meine Tochter NIE verspottet wird in der Schule! Denn Kinder können SEHR gemein sein! Weiters werde ich versuchen anders (besser) auf schlechte Noten von ihr zu reagieren.

Vielleicht können manche jetzt verstehen, warum ich so bin wie ich bin!

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