Mittwoch, 6. April 2016

Bin ich eine Rabenmutter?

Es gibt Tage, da fühle ich mich wie die schlimmste Rabenmutter.




Unsere Tochter ist jetzt in einem schon sehr trotzigem Alter und Zähne bekommt sie gerade auch wieder. Deshalb ist sie den ganzen Tag sehr weinerlich, sehr quengelig, sehr launisch und man kann ihr nichts Recht machen. Alleine spielen geht zurzeit auch überhaupt nicht und am Besten ist es auf Mama zu sitzen bzw. an Mama zu kleben. Da ich aber auch etwas im Haushalt machen muss, kann unsere Tochter nicht immer auf mir sitzen bzw. kann ich sie nicht ständig herum tragen. Wenn ich das dann nicht mache, wird sie wahnsinnig zornig und weint und schreit wie verrückt. Oft werde ich davon ziemlich genervt und manchmal bin ich auch am Verzweifeln.

So wie heute wieder. Unsere Tochter ist seit nunmehr drei Tagen sehr schlecht gelaunt. Da ich davon eh schon ziemlich genervt bin, war ich heute schon ziemlich verzweifelt. Sie hat nur noch geweint und geschrien. Ich hielt es nicht mehr aus und fing auch an zu weinen.


Natürlich machte es die ganze Situation nicht besser, eher schlimmer. Irgendwann beruhigten wir uns beide und ich nahm unsere Tochter auf meinen Schoß.

Wenn ich schon ziemlich genervt von ihr bzw. ihrem Verhalten bin, kommt es schon auch vor, dass ich sie anschreie und sie etwas unsanft anfasse. (Beim Schreiben von diesem Satz kommen mir die Tränen. :-( ) Leider kommt das in letzter Zeit häufiger vor. Natürlich tut es mir in der nächsten Minuten wahnsinnig leid und ich entschuldige mich auch bei ihr und erkläre ihr, warum ich sie z.B. angeschrien habe. Wenn ich dann am Abend auf der Couch sitze und über den Tag nachdenke, fühle ich mich wirklich sehr schlecht und als die schlimmste Rabenmutter!

Ich liebe unser Mädchen doch sooo wahnsinnig und eigentlich möchte ich sie ja gar nicht anschreien, aber manchmal geht es mit mir durch. Ich könnte ihr NIE weh tun!!! Es ist doch sooo süß, wenn sie zu mir kommt, mich drückt und/oder mir ein Küsschen gibt! Das ist doch der schönste/beste Liebesbeweis!!!


Trotzdem fühle ich mich schlecht und als Rabenmutter!

Ich weiß, dass ich an mir arbeiten und ruhiger werden muss und das werde ich auch versuchen!


Geht es euch vielleicht auch manchmal so oder bin ich die Einzige???

Kommentare:

  1. Ich denke das geht doch jeder Mutter so. Wir können nicht immer strahlen und Regenbögen pupsen vor Glück. Mutter sein ist hart, knallhart. Was mir hilft um ruhig zu bleiben ist zu verstehen was in meiner Tochter vorgeht. Also versuche ich immer auf dem Laufenden zu bleiben was ihre Entwicklung angeht.

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  2. Nein, Du bist nicht die Einzige, mir geht's von zeit zu zeit genau so. Mich beschleicht dann da Gefühl, dass ich ihre Zuneigung garnicht verdient hab,ich es nicht wert bin, ihre Mutter sein zu dürfen :(
    Neben ihrem Bruder ist sie der allerwichtigste und wertvollste Mensch in meinem Leben!
    Mir tut es so wahnsinnig leid, wenn ich sie traurig mache. Ich komme viel zu oft an meine Grenzen.
    Aber ich habe auch das Gefühl, dass sie mich dadurch auch etwas wichtiges lehrt: Geduld!
    War nie meine Stärke, wird es vermutlich auch nie ;) Aber sie wächst von Schub zu Schub immer ein kleines Stückchen mehr. Wir haben grad 4 Backenzähne + zwei Schneidezähne + langwierigen Infekt hinter uns. Es gab Momente, wo ich am liebsten davon gerannt wäre. Stündliches Aufwachen und weinen in der Nacht, permanentes Quengeln am tag und Arbeit, die dadurch liegen blieb... das zerrt unheimlich an den Nerven! Und es ist nicht verwunderlich, wenn irgendwann die Lampen ausgehen. Das soll und darf man sich eingestehen. Natürlich ist es Mist, dass das dann der wichtigste Mensch im Leben abbekommt. Aber nur wenn wir an unsere Grenzen kommen, können wir über uns hinauswachsen,dazulernen und es beim nächsten mal besser machen.

    Mitfühlende Grüße, Blume

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  3. Das man als Mama an seine Grenzen kommt, ist absolut okay und natürlich, wenn man mal bedenkt, dass das bei uns gängige Kleinfamilien-Modell so ja gar nicht vorgesehen war von der Natur. Wir sind ursprünglich Gruppentiere und unsere "Jungtiere" haben eigentlich viele Bezugspersonen und Menschen um sich rum, statt eben nur Mama. Aber wir Mamas in unserer westlichen Kultur müssen es eben allein stemmen. Ist nur wichtig, dass das nicht alltäglich wird, dass man an Grenzen gerät und die auch überschritt. Und wenn es doch eben mal passiert, dann zum Fehler stehen und sich entschuldigen.
    Aber ganz ehrlich: da kommen noch ganz andere Situation und grade am Anfang wo ihr euch ja noch befindet kann man das eigentlich noch gut vermeiden, vor allem wenn die Gründe Anhänglichkeit, Zahnen etc sind: ab ins Tragetuch oder eine ordentliche Tragehilfe, am Besten auf den Rücken und schon hat man kein weinendes Kind mehr und die Hände frei für den Haushalt. Mit ner pubertierenden 13-jährigen geht das dann nicht mehr einfach :D

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